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gott

 

eines tages hat gott mich bei my space angeschrieben.

er sei demnächst in hamburg und würde sich von mir gern mal ein paar ecken zeigen lassen.

wir haben dann eine woche lang gechattet und mir gefiel sein humor.

in den sommerferien trafen wir uns schließlich das erste mal.

ich war aufgeregt und hatte meinen döner am vortag extra ohne knoblauch und zwiebeln bestellt. gott sollte nicht gleich eine fahne von mir abbekommen.

als ich ihn beim hauptbahnhof abholte, sah ich allerdings auf den ersten blick, dass er mett zwischen den zähnen hatte, und dass das foto bei my space wohl auch schon älteren datums war, aber ich wollte ihn ja auch nicht heiraten. wir begrüßten uns gegenseitig mit handkuss, olala.

dann schlenderten wir richtung alster und sprachen übers reisen und ankommen und auspacken und wieder los müssen.

gott hatte einen flachmann dabei und zitierte zwischen den schlucken rammstein: „ihr wollt doch auch den dolch ins laken stecken, ihr wollt doch auch das blut vom degen lecken.“

dabei fuchelte er rum wie einst joe cocker .

armer alter mann, dachte ich und hakte ihn unter.

am anfang war das ei, sagte er. und am ende wird das ei das licht ausmachen, das fand ich dann doch zu absurd. aber vielleicht habe ich ihn da auch falsch verstanden.

wir gingen dreimal um die alster und nahmen dann ein taxi richtung kiez, darüber gibt es jedoch nichts zu berichten.

anja finger

 

 

 

 

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